2006

Leuchtdiabolos wirbelten in der Dunkelheit
Beim Kleinkunstfestival der Jongleure trafen sich am Wochenende kunstfertige Stars und ambitionierte Anfänger

„[…] Ein anspruchsvolles Varieteprogramm präsentierte der Verein am Samstagabend im Konzerthaus. Beim „Vivarium Artisticum“ wurden zehn hochkarätige Nummern mit Amateurkünstlern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und England gezeigt.
Begeisterung löste die Kraftakrobatiknummer von „Forma Fortis“ aus Regensburg aus. Das Trio, zwei Männer und eine Frau, rissen mit ihrem Programm „Conquest of Gravity“, einer Mischung aus Hebe- und Balancefiguren, das Publikum zu Beifallsstürmen hin. Ein Höhepunkt war auch der Auftritt Thomas Furtners aus München, als bis zu drei Diabolos in der Dunkelheit wirbelten. Auch sein Bruder Markus verblüffte die Zuschauer. Er hantierte geschickt mit zwei Devilsticks, die er in je einer Hand jonglierte. Ein in der Szene einzigartiges Programm, das vom Publikum mit tosendem Beifall honoriert wurde.
Die Nummer der Brüder Manuel und Christoph Mitasch aus Österreich, die sich verschiedene Gegenstände zujonglierten und zehn Keulen gleichzeitig durch die Luft wirbelten, und weitere Jonglagen mit Keulen, Ringen und Bällen rundeten den Abend ab. […]

BNN, 04.09.06
Show des Jonglierfestivals 2006

Akrobaten-Mammutshow
„Vivarium Artisticum“ begeisterte im Tollhaus

„Wenn einer auf der Bühne etwas vorführt und ihr denkt, hey das hat der nicht von Geburt an gekonnt, dann verdient der einen donnernden Applaus.“ Soweit hatte das Publikum die Anweisung bestens verstanden, denn mit Beifall geizten die gut gelaunten Zuschauer im Tollhaus an diesem Abend nicht. Schon vor Beginn der Mammutshow zitierten sie im ausverkauftem Saal mit rhythmischem Klatschen die Künstler auf die Bühne. Unter dem Motto „Akrollo 13“ katapultierten sich zahlreiche Artisten aus ganz Europa in die Lüfte und schienen die Schwerkraft aufzuheben. Manche führten aberwitzige Kunststücke mit „Teufels Stöcken“, Keulen, Bällen oder Ringen vor, die sofort orkanartige Akklamationen ernteten. Im Rahmen des jährlichen Karlsruher Akrobatiktreffens bot das „Vivarium Artisticum“ eine rasche Folge atemberaubender Akrobatik.
Jongleur Thomas Dietz aus Regensburg lieferte eine ungewöhnliche Performance, eingebettet in einen futuristischen Slapstick. In unglaublicher Geschwindigkeit steigerte er die Anzahl gleichzeitig jonglierter Gegenstände (sieben Ringe, acht Bälle!), die er mühelos hinter seinem Rücken in die Luft warf, um sie vorne wieder aufzufangen. Erstaunte, begeisterte Zwischenrufe erneteten auch alle Akrobaten, die ihre durchtrainierten Körper mit extremer Muskelspannung in den unglaublichsten Positionen hielten. Die dreiköpfige Truppe „Two by Two“ aus der Schweiz versetzte der lebenden Pyramide einen besonderen Kick. Ganz oben stand die Frau nicht nur auf den Schultern, sondern stützte sich auf die emporgestreckten Hände des Mannes unter ihr, um locker die Beine nach vorne durchzuschwingen. Zwei „Schlangenfrauen“ kletterten an Tüchern empor, verknoteten sich darin und fielen auf abenteuerliche Weise wieder herunter. Auch die Weltmeisterin im Rhönradturnen faszinierte mit ihrer virtuosen Darbietung. Allein durch Gewichtsverlagerungen neigte sie ihr riesiges Rad bis in die Horizontale, während sie gleichzeitig behände Umschwünge meisterte. Sogar nach über drei Stunden spendete das Publikum unermüdlich Beifall.

BNN, 05.04.06
Show des Show des Akrobatikfestivals 2006

2005

Hochkarätige Tanz- und Jonglierkunst
Gala beim Akrobatiktreffen begeisterte das Publikum

Eine bunte Mischung aus Tanz, Artistik und Jonglierkunst versprach die Gala „Vivarium Artisticum“, am Samstagabend im Gerthsen-Hörsaal anlässlich des Karlsruher Akrobatiktreffens. Die tagsüber stattfindenden Workshops, vom „Pyramidalen KleinKunst-Verein“ veranstaltet, waren den aus ganz Deutschland angereisten Artisten vorbehalten. Zur abendlichen Show war dagegen auch die Öffentlichkeit eingeladen – und sie erschien zahlreich. „Wir sind überwältigt von der Resonanz“, freute sich René Graf vom Organisationsteam über einen voll besetzten und brodelnden Hörsaal.
„Internationale Spitzenathleten aus Baden, Hessen, Schwaben und sogar aus der Schweiz“ versprachen augenzwinkernd die Moderatoren Hanno Zimmermann und Sebastian Hodapp, die selbst zahlreiche Lacher ernteten.
„Das war toll!“ urteilte so mancher Gast am Ende, begeistert von dem Elan auf der Bühne. Ein, zwei, bis zu sieben Gegenstände wirbelten durch die Luft als Christian Elliker alias Criselly über das Podium tanzte. In einer anderen Nummer kreisten Keulen schwungvoll zur Tangomusik in den Händen der beiden Mannheimerinnen Sonja Sellner und Paula Früh.
„Die sehen gar nicht so furchtbar muskulös aus“, hörte man bewundernd, als Nina Jäger und Nina Scheiblich ihre akrobatischen Schaubilder zeigten.
Turmbau der etwas anderen Art zeigte „Quatrizeps“. Der eingebaute „running gag“ der Veranstaltung wurde vom Publikum mit jedem Auftauchen mehr gefeiert. Deri der vier Karlsruher Clown-Akrobaten bauten einen menschlichen Turm, während die vierte Akteurin immer wieder trickreich versuchte, sich den obersten Platz von der anderen zu erobern. Als Hilfsmittel dienten ihr dabei beispielsweise Pfeil und Bogen oder eine – Bratpfanne.
Ebenfalls beeindruckend war die Vorführung der „Thundersox“ aus Ettlingen. Sie bewiesen, dass man auch ohne Musik Jazztanz machen kann. Als „Saubermänner“ verkleidet und mit Besen bewaffnet, erklommen sie die Bühne, wo erst mal die Putzwerkzeuge den Takt angaben. Erst gegen Ende setzte dann doch Musik ein, die Overalls fielen und es wurde klassischer Jazztanz gezeigt.
Pirouetten, Vorwärtsfahren, Rückwärtsfahren, sehenswerte Tricks: Wie ein Tanz mutete die Vorführung des Karlsruher „Eigengewächses“ Hannah Kreisz zu romantischer Musik an. Fast zu klein wurde die Bühne, als Corinna Hein erschien. Auf ihrem Kunstrad turnend, drehte sie ihre Kreise. Als krönenden Abschluss ihrer Nummer zauberte sie aus dem Nichts ein paar Keulen hervor, stellte sich auf den Lenker und begann zu jonglieren.
Showtanzeinlagen und eine Jonglage mit dem Feuerdevilstick, einem an beiden Enden brennenden Stab, rundeten das gelungene Programm ab. (…)

BNN, 04.04.2005
Show des Akrobatikfestival 2005

2001

Amateure mit Profil der Meister
„Jonglierconvention“ mit 500 Akteuren begeisterte Zaungäste

Die Schwerkraft scheint aufgehoben. Bälle, Keulen und „Pfannekuchen“ wirbeln durch die Luft. Drei, vier, fünf und mehr. Hände und Pfannen fangen, dirigieren und schwingen so schnell, dass das Auge Mühe hat, die Reihenfolge zu erfassen. Einradfahrer wippen auf meterhohen Kästen und von dort aufs Trampolin. „Sensationell“, raunt das Publikum.
Jongleure und Akrobaten mutieren zu Zaubermeistern. Das Publikum jubelt. „Das ist der ultimative Kick“, sagt einer. Die Stimmung ist grandios. Kinder und Erwachsene klatschen sich die Hände wund, pfeifen, trampeln. Gesehen und erlebt am Samstagabend im Gerthsen-Hörsaal der Universität.
Der „Pyramidale Jonglier- und Kleinkunstverein“ hatte zur 11. Karlsruher Jonglierconvention gerufen und rund 500 Jongleure und Akrobaten waren mit Helfern und Fans aus der gesamten Republik und dem benachbarten Ausland angerückt. Höhepunkt des viertägigen Treffens waren die „Public Show“ im randvoll besetzten Hörsaal sowie „Die Spiele“ gestern Nachmittag. Letztere mussten wegen unfreundlicher Witterungsbedingungen ins Trockene verlegt werden, in die Sporthalle der Uni. Ursprünglich sollten sie, wie in den Vorjahren, im Schlossgarten für Aufsehen sorgen.
In der „Public Show“ zeigten die meisterschaftsverdächtigen Amateure, dass ihre Geschicklichkeit, gewürzt mit tänzerischen Elementen und raffiniert nuancierter Darstellung, die „kleine Kunst“ längst hinter sich gelassen hat. „Das ist Varietee“, urteilte denn auch Thomas Geiss, Vorstandsmitglied des Karlsruher Vereins, der selbst als Jongleur unter dem Namen Tassilo Timm bekannt ist. Er attestierte den teilweise recht wagemutigen jungen Künstlern hohe Innovationsbereitschaft.
Vieles hatte man noch nie gesehen. Die gleichzeitige Rotation von zwei Teufelsstäben (Devil-Sticks) beispielsweise, oder dass zwei Jongleure sich neun Keulen zuspielen, während sich ein dritter einmischt, Jongliergeräte abfängt und weiterreicht, ohne dass der Spielfluss gestört ist. „Nicht zu fassen“, hieß es da. Fasziniertes Seufzen in den Rängen. Zur musikalischen Begleitung einer Querflöte ließ ein anderer Künstler das Stakkato von Trommel und Schlagzeug ertönen. Nur dass es sechs Gummibälle waren, mit denen er den unglaublichen Wirbel veranstaltete. (…)

BNN, 10.09.2001
Show des Jonglierfestival 2001

1999

Ein „Toss up“ zum Abschied
Bühnenshow am Samstagabend in der Uni-Mensa

(…) Ganz anders ging es am Abend vorher in der Uni-Mensa zu, als sich den über 700 Besuchern, darunter natürlich auch die 480 Festivalteilnehmer, ein faszinierendes Spektakel bot: Sei es die rasante Tempojonglage, die von dröhnenden Technorhythmen unterlegt beinahe schwindlig machte, sei es die einzigartige Verbindung von Partnerakrobatik und Jonglieren, für die das Wort „atemberaubend“ eine glatte Untertreibung war. Genausowenig kam die komische Seite zu kurz. So hatte sich die sprechende und jonglierende Handpuppe Max ruck, zuck in die Herzen der Zuschauer gespielt, und auch die beiden Conférenciers ernteten zahlreiche Lacher. (…)

BNN, 13.09.1999
Show des Jonglierfestival 1999